DWPV-Stellungnahme zu den Entwürfen der Hinweise der Kommission für Qualitätskontrolle (KfQK)

Die Wirtschaftsprüferkammer fragt, wir antworten.

Die Wirtschaftsprüferkammer hat uns die Möglichkeit gegeben, zu den Entwürfen der Kommission für Qualitätskontrolle (KfQK) zu dem Hinweis zur Durchführung und Dokumentation einer Qualitätskontrolle sowie zu dem Hinweis zur Berichterstattung über eine Qualitätskontrolle eine Stellungnahme abzugeben. Dem sind wir als Verein, der sich für die Interessen kleiner und mittelständischer Wirtschaftsprüfer und vereidigter Buchprüfer einsetzt, gerne nachgekommen.

Der Grundsatz der Verhältnismäßigkeit ist ein zentrales Leitprinzip der Qualitätskontrolle und im risikoorientierten Prüfungsansatz fest verankert. Nach unserer Einschätzung wird dieser Grundsatz im aktuellen Entwurf jedoch nicht durchgängig konsequent umgesetzt. In ihrer Gesamtheit führen einzelne Regelungen zu einer zunehmenden Überlagerung des risikoorientierten Ansatzes durch standardisierte und formalistische Anforderungen. Dies belastet insbesondere kleine und mittelständische Praxen mit einem im Verhältnis zum Risikoprofil unangemessenen Prüfungs- und Dokumentationsaufwand. Zudem bestehen erhebliche Zweifel an der praktischen Umsetzbarkeit einzelner Vorgaben, insbesondere vor dem Hintergrund begrenzter personeller Ressourcen und der angespannten Fachkräftesituation im Berufsstand.

Konkret sehen wir insbesondere in folgenden Bereichen Anpassungsbedarf:
– Einführung einer differenzierten Größenklassensystematik
– Konsequente und überprüfbare Umsetzung des Verhältnismäßigkeitsgrundsatzes
– Vermeidung einer faktischen Standardisierung risikounabhängiger Prüfungshandlungen
– Reduktion und Skalierung der Dokumentationsanforderungen
– Harmonisierung bestehender Prüfungs- und Berichtssysteme zur Vermeidung von Doppelbelastungen
– Berücksichtigung struktureller Rahmenbedingungen (insbesondere Fachkräftesituation und Marktstruktur)
– Entwicklung eines Musterberichts für Qualitätskontrollen

Hier können Sie das vollständige Antwortschreiben einsehen. 

Wir danken Regina Vieler, Bianca Seifert, Prof. Dr. Markus Widmann und Dorothee Schulz-Kraus für die Mitwirkung an der Stellungnahme.